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KI-Agenten in der Cybersicherheit – Schutzschild, Risiko oder beides?

Digitale Schutzschilde: KI-Agenten als Schlüsselrolle zwischen Sicherheit und Risiko in der Cybersicherheit.

Artikel von: Michael Trabert

Die Cybersicherheitslandschaft hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Was früher in erster Linie auf manueller Analyse und reaktiver Abwehr basierte, ist heute zunehmend automatisiert, vorausschauend und KI-gestützt. Unternehmen setzen verstärkt auf autonome KI-Agenten, die Bedrohungen in Echtzeit erkennen, Maßnahmen einleiten und Sicherheitsprozesse beschleunigen.

Eine aktuelle Gartner-Umfrage unter 147 Technologieentscheidern zeigt: Bereits 24 % der Unternehmen setzen solche Agenten ein, vorwiegend in internen Bereichen wie IT, Personalwesen und Buchhaltung. Externe Kundenbereiche liegen mit nur 23 % deutlich zurück – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen zuerst „im eigenen Haus“ experimentieren, bevor sie kritische Kundenschnittstellen automatisieren.

 

🚀Die neue Realität: Geschwindigkeit ist alles

Von reaktiver Verteidigung zu proaktiver Resilienz 🛡️

Die Zeiten, in denen Sicherheitsteams erst nach einer Bedrohung reagieren konnten, sind vorbei. Traditionelle Sicherheitsteams arbeiten oft nach dem Muster: Vorfall erkennen → analysieren → reagieren. In der Zwischenzeit kann ein Angreifer bereits tief ins Unternehmensnetz eingedrungen sein.

KI-Agenten verändern diese Logik:

  • Sie filtern Millionen von Ereignissen in Sekunden.
  • Sie erkennen Anomalien, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben.
  • Sie priorisieren automatisch, sodass Sicherheitsteams sich auf kritische Vorfälle konzentrieren können.

Ein reales Anwendungsbeispiel: Bei internationalen Geschäftsreisen erkennen Agenten, wenn sich ein Firmenlaptop in ein Hochrisikonetzwerk einloggt. Statt eine manuelle Überprüfung anzustoßen, isolationieren sie das Gerät automatisch, prüfen Logs und melden nur bei tatsächlichem Verdacht an den Menschen. Das reduziert Reaktionszeiten von Stunden auf Sekunden.

 

Die unterschätzte Achillesferse: Datenbasis und Vertrauen

So beeindruckend die Technologie auch ist: Ohne saubere, konsistente und vertrauenswürdige Daten kann kein KI-Agent sinnvoll arbeiten. 78 % der Unternehmen verfügen laut TechRadar nicht über eine vertrauenswürdige, einheitliche Datenbasis, die für den Einsatz autonomer Agenten notwendig ist.

Diese Lücke ist kritisch, denn:

  • Falsche oder unvollständige Daten führen zu Fehlalarmen oder übersehenen Bedrohungen.
  • Sicherheitsanalysten verlieren schnell das Vertrauen in ein System, das nicht konsistent arbeitet.

Hinzu kommt eine Vertrauenskluft zwischen Management und Fachabteilungen:

  • 71 % der Führungskräfte berichten von klaren Produktivitätsgewinnen.
  • Nur 10 % der Analysten vertrauen den Agenten uneingeschränkt.

Diese Diskrepanz erfordert transparente, erklärbare KI und ein „Trust but Verify“-Modell, bei dem Agenten kontrolliert, aber nicht ungebremst agieren.

 

🔒 Die Kehrseite: KI als Angriffswaffe

Cyberkriminelle nutzen dieselben technologischen Fortschritte – oft sogar schneller.

  • Deepfake-Technologie ermöglicht täuschend echte Audio- und Video-Manipulationen.
  • Generative KI verfasst perfekt formulierte, hochgradig personalisierte Phishing-E-Mails.
  • Automatisierte Exploit-Suche findet Sicherheitslücken in nie dagewesener Geschwindigkeit.

Laut einer Studie gaben 23 % der IT-Profis an, dass KI-Bots in ihren Unternehmen bereits sensible Daten preisgegeben haben. In 80 % dieser Fälle wurden anschließend unerwünschte Aktionen wie Datenabflüsse oder Kontensperrungen ausgelöst. Erschreckend: Nur 44 % der Unternehmen haben verbindliche Governance-Richtlinien für KI-Agenten.

 

Guardian-Agents: Die Aufsichtsebene der Zukunft

Eine der spannendsten Entwicklungen sind sogenannte Guardian-Agents – KI-Systeme, die andere KI-Agenten überwachen. Ihre Aufgabe:

  • Riskante Entscheidungen verhindern oder modifizieren.
  • Handlungen protokollieren und auditierbar machen.
  • Menschliche Genehmigung einholen, bevor kritische Aktionen ausgeführt werden.

Gartner prognostiziert, dass bis 2028 70 % aller Multi-Agent-Systeme über eine solche Schutzinstanz verfügen werden. Das Ziel: Automatisierung mit Sicherheit verbinden und Vertrauen schaffen.

 

💡 Fazit: Vorsprung durch Verantwortung

Wer heute investiert, schützt morgen

Der Einsatz von KI-Agenten ist kein „Nice-to-have“ mehr – er wird zu einer Überlebensfrage im digitalen Wettbewerb. Doch der Erfolg hängt davon ab, wie Unternehmen diese Technologie integrieren:

  • Robuste Datenbasis schaffen.
  • Governance-Strukturen implementieren.
  • Menschliche Aufsicht als strategischen Baustein erhalten.

Unternehmen, die diese Grundlagen legen, sichern sich nicht nur gegen heutige Angriffe ab – sie schaffen auch die Grundlage, um in einer immer komplexeren Bedrohungslandschaft agil und widerstandsfähig zu bleiben.

 

💡 Kein Licht ohne Schatten – wir bringen Licht ins Dunkel. 💡

Quellen:

  1. techradar
  2. Gartner
  3. thetimes.uk
  4. Privacy by Design
  5. Künstliche Intelligenz und Datensicherheit